29 Sep 2016
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Gigasleep-Kollektiv

Der Bau eines Kabelanschlusses, um Internet über Kabel nutzen zu können, sollte für sich nichts großartiges sein: Kabelanbieter mit Bau beauftragen, dieser erledigt die nötigen Schritte (Planung, Bau und Inbetriebnahme) selbst oder beauftragt dafür einen anderen Dienstleister und nach ein paar Wochen läuft alles.

Ich stelle anheim, diese Idee direkt über Bord zu werfen, bei einer privaten Erschließung seinen Jahresurlaub der nächsten Jahre zu nehmen, sich mit kalkhaltigen Bauwerken zu bevorraten, eine abgeschlossene Ausbildung als Kindergärtner zu haben und Spaß an diesem Beruf zu haben.

Das Theaterstück

Überschreitung der Belastbarkeitsgrenze von Kunden beim Bau eines Kabelanschlusses sowie Unfähigkeit im überbetrieblichen Kollektiv

Dieses von organisiertem Chaos begleitete Stück wird präsentiert von der Vodafone Kabel Deutschland GmbH sowie die Lehmensiek-Gruppe (Lehmensiek Tele-Technik GmbH, Lehmensiek Tiefbau GmbH und ggf. weitere) in den Haupt- und der TELEMEDIA Netzwerk Servicegesellschaft mbH, antennen electronic braun Service GmbH und CMP-Plus GmbH in den Nebenrollen.

Der Bau eines Kabelanschlusses mit den Protagonisten der Hauptrolle ist jedem zu empfehlen, der vor lauter Langeweile nichts mit seiner Zeit anzufangen weiß und verzweifelt nach einer zeitfüllenden Beschäftigung sucht, bei der Kommunikationsaufnahme eine wichtige Rolle spielt. Es sei an dieser Stelle anheim gestellt, vor Auftragserteilung durch einen Arzt überprüfen zu lassen, ob die Stimmbänder in Ordnung sind, damit man selbige beim TeleBrüllfonieren angemessen einsetzen kann.

Den Weichspüler sollte man vor der Bestellung wegstellen und sich schon einmal mental auf eine große Anzahl von Fazialpalmierungen einstellen. Eine Flatrate für Telefonie in das Fest- und Mobilfunknetz ist ebenfalls zu empfehlen.

Hat man eine solche Aufgabe beruflich, jedoch nicht als Hauptaufgabe, von seinem Arbeitgeber übertragen bekommen, empfiehlt es sich, mit dem Arbeitgeber Verhandlungen über Schmerzensgeld anstatt Lohn/Gehalt aufzunehmen. Zum effektiven Arbeiten kommt man ohnehin nicht mehr wirklich und von irgendwas muss man schließlich leben. Auch sollte man den Arbeitgeber präventiv darauf hinweisen, dass man in nächster Zeit nur noch begrenzt seiner eigentlichen Tätigkeit nachkommen kann, soweit diese nicht nur den Kabelanschluss betrifft.

Los geht’s

Die Anforderung eines Angebots und der Abschluss des Vertrags für die Erschließung funktionierte zeitnahe und problemlos – jedenfalls wenn man alle nötigen Unterlagen zur Immobilie zur Verfügung hat.

Auch eine erste Kontaktaufnahme mit allgemeinem Gefasel seitens der Lehmensiek-Gruppe als Dienstleister für die Vodafone Kabel Deutschland GmbH erfolgte zeitnahe nach der Beauftragung der Erschließung. Man teilte neben allgemeinem Gefasel mit, dass für die Erschließung weitere bauliche Maßnahmen hinsichtlich der Leitungsdämpfung notwendig sind, da eine Nutzbarkeit des Anschlusses ansonsten nicht sichergestellt werden könne. Dazu wiederum sei ein Auftrag der Vodafone Kabel Deutschland GmbH nötig, den man entsprechend einholen werde. Auch ein Antrag wegen der Wegesicherung an die Kommune sei nötig, da der Gehweg auf einer gewissen länge geöffnet werden müsse, um das Kabel zu verlegen. Vodafone Kabel Deutschland zeigte daher eine Verzögerung um bis zu 6 Wochen an.

Planlose Kommunikation

Schon die für die Planung zuständige Abteilung der Lehmensiek-Gruppe verliert relativ schnell die Lust mit dem nervigen Übel, also dem Kunden, zu kommunizieren. Im Verlauf des ganzen gestellte Fragen wurden lediglich mit einer Lesebestätigung zur E-Mail quittiert, jedoch nicht mit einer Antwort auf gestellte Fragen.

Meteorologische Disposition

Wie beim Wetterbericht erhält man auch bei der Lehmensiek-Gruppe vorhersagen, die stimmen könnten, wen Sie denn zuträfen.

Irgendwann, nachdem die unter Kommunikationsarmut leidende Planung mit ihrer Arbeit fertig war zu sein schien, ging das ganze in die Disposition. Sogleich wurde von dort ein Termin für die Erschließung vereinbart – gleich für zwei jeweils halbe Tage.

Natürlich macht es total viel Sinn, die Tiefbautechniker für jeweils halbe Tage zum Kunden zu schicken. Es macht ja nun überhaupt keinen Unterschied, ob die Tiefbautechniker zwischen Baustellen hin- und herfahren, dort Bodenöffnungen und -schließungen einmal an einem Tag oder zwei mal an zwei Tagen vornehmen und das ganze Equipment nun einmal oder zwei mal ein- und auspacken. Die paar Stunden Minuten fallen schließlich nicht auf und auf den Tag Monat gesehen macht das sicher nur wenige Stunden Sekunden aus.

Zum ersten Termin saß ich nun da und wartete auf das erscheinen der Tiefbautechniker. Und wartete. Und wartete. Hatte ich erwähnt, dass ich wartete?

Da niemand erschien, rief ich zwei Stunden nach dem vereinbarten Zeitpunkt bei der Lehmensiek-Gruppe an und erkundigte mich, wann mit dem erscheinen zu rechnen sei. Schlagartig erinnerte ich mich an den Wetterbericht: Weder an diesem noch am vereinbarten folgenden Tag wird jemand erscheinen. Es sei ein Team ausgefallen und daher könne man die Termine nicht wahrnehmen. Das hätte man auch mitgeteilt werden sollen.

Das mit dem Soll kennt manch einer von seinem Bankkonto. Es ist dass gegenteil von Ist, also dass, was nicht da ist, aber da sein sollte. Das passt hier wie die Faust auf’s Auge.

8-Tage-Wetter

Noch am selben Tag erhielt ich, wie bei vorherigem Anruf vereinbart, einen Anruf der Lehmensiek-Gruppe, in dem ein neuer Termin nur 8 Tage später vereinbart wurde, an dem dann die Erschließung erfolgen sollte – und das sogar für den gesamten Arbeitstag von 08:00 bis 16:00 Uhr.

Schon einen Tag vorher erschienen zwei Tiefbautechniker der Lehmensiek-Gruppe. Da man gerade in der Nähe gewesen sei, wollte man schon einmal schauen.

Nach wenigen Minuten wurde dann damit begonnen, die Grundstücksoberfläche zu öffnen und ein in den plänen eingezeichnetes Leitungsrohr, durch welches auch die Teilnehmeranschlussleitung der Telekom-Gruppe verlaufen soll, zu finden. Der Versuch scheiterte – das Leitungsrohr war nicht zu finden.

Nach Rücksprache mit Planung/Disposition der Lehmensiek-Gruppe wurde mir von den Tiefbautechnikern mitgeteilt, dass man am vereinbarten Termin am Folgetag keine Erschließung vornehmen kann bzw. werde, da man so mit dem Kabel nicht auf die andere Straßenseite gelangt, in deren Gehweg der Abzweiger sich befindet. Vielmehr sei nun eine Öffnung der Straße und damit eine Sperrung bzw. Errichtung eines Parkverbots notwendig, welches bereits von der Kommune genehmigt sei und welches am am Folgetag, einem Freitag, oder dem Montag der folgenden Woche errichten würde.

Zwischen der Errichtung des Parkverbots und der Erschließung müssen mindestens 72 Stunden vergehen – so die, mit der Rechtssprechung durchaus in Einklang stehende, Aussage der Lehmensiek-Gruppe.

Freitag, 16:00 Uhr

Als ich den Tiefbautechnikern erklärte, dass sie nach Aussage deren Disposition Freitags bis 16:00 Uhr arbeiten würden, glaubte ich einen Vogel zu vernehmen, der unweit über mir kreiste. An dieser Stelle wurde ein Defizit in der innerbetrieblichen Kommunikation seitens der Lehmensiek-Gruppe offenbart. Seitens der Tiefbautechniker wurde mir schlicht mitgeteilt, dass man Freitags lediglich bis Mittags arbeiten würde, um nicht erst Nachts zu Hause zu sein. Eine vollständige Erschließung wäre am Folgetag somit ohnehin nicht möglich gewesen, da diese zweifelsohne länger als 4 Stunden benötigt.

Es ist meiner Meinung nach nachvollziehbar, wenn im Bauwesen tätige Personen, die sich beruflich von Montag bis Freitag auf Montage befinden, nicht erst in der Nacht zu Samstag zu Hause ankommen wollen und daher bereits Mittags in den Feierabend gehen. Nach meiner Erfahrung ist das nicht unüblich, nur sollte dass dann auch der Disposition bekannt sein.

Überdimensionale Perfektion

An den beiden Tagen, an denen die Beschilderung errichtet werden sollte, glänzte man bei der Lehmensiek-Gruppe mit dem, was man überdimensional perfektioniert hat: Das Nichterscheinen und das Nichtstun. Es geschah: Nichts. Nada. Niente. Nothing.

Ein am zweiten genannten Tag zur errichtung der Beschilderung getätigter Anruf bei der Lehmensiek-Gruppe förderte zu Tage, dass man dabei ist, eine Dritte Eigenschaft überdimensional zu perfektionieren: Die Nichtserreichbarkeit.

3-F

Eine Gemeinsamkeit deutscher Behörden und der Vodafone Kabel Deutschland GmbH ist die nahezu perfekte Umsetzung der 3-F-Beschwerde. Die 3-F-Beschwerde kann man bei Behörden ebenso fristlos und formlos einreichen, wie bei der Vodafone Kabel Deutschland GmbH. Sie ist in beiden Fällen vor allem aber auch fruchtlos.

Nachdem die Lehmensiek-Gruppe die Beschilderung nicht wie vereinbart errichtet hat, erfolgte eine Beschwerde bei der Vodafone Kabel Deutschland GmbH. Im Rahmen der Bearbeitung dieser Beschwerde schlossen sich die Protagonisten der Hauptrolle offenbar zu einem Kollektiv zusammen, wobei die Vodafone Kabel Deutschland GmbH die perfektion des Nichtstuns von der Lehmensiek-Gruppe adaptierte. Eine von der Vodafone Kabel Deutschland GmbH angekündigte Rückmeldung habe ich bis heute nicht erhalten.

2-F?

Ob es nun an der Beschwerde bei der Vodafone Kabel Deutschland GmbH, dem Wetter oder der Klospülung lag, wurde leider nicht überliefert. Immerhin kontakte mich die Lehmensiek-Gruppe schon am vierten Tag nach meiner Beschwerde bei der Vodafone Kabel Deutschland GmbH um weitere Termine abzustimmen. Es erfolgten sowohl Absprachen für Termine für die Errichtung einer Straßensperre als auch die Erschließung selbst – letzteres mehr oder weniger. Wusste man beim ersten mal noch dass man einen ganzen Tag benötigt, hatte man das beim zweiten mal offenbar vergessen und erstmal nur einen halben Tag eingeplant. Frei nach dem Motto „schau mer moi“ – vielleicht machen wir dann weitere 5 Tage später weiter.

Schon am nächsten Tag, nur 8 Tage nach Feststellung der notwendigkeit, wurde die nötige Beschilderung wie vereinbart errichtet – Freitags Mittag, kurz vor Feierabend, wie ich später von den errichtenen erfuhr.

Weitere 5 Tage später ging es dann mit dem Kabel selbst los. Wie vereinbart erscheinen zur Mittagszeit zwei Tiefbautechniker und legten, nach Vornahme ihrer MIttagspause, auch direkt los. Das Grundstück sah aus wie Dresden ’45, aber rund 6 Stunden später gab es im Keller einen Übergabepunkt und das Kabel von diesem im Erdreich des Grundstücks bis in den Gehweg auf der anderen Straßenseite.

Schieß auf

Geöffnet wurde die Straße dabei allerdings nicht – es wurde ein ein Rohr „durchgeschossen“, durch dass dann wiederum das Kabel geführt wurde. Das Parkverbot war, so der Eindruck und auch die Aussage eines Tiefbautechnikers, lediglich errichtet worden, damit man sein Fahrzeug nebst Anhänger parken konnte.

Erinnern wir uns kurz an den Tag des ersten Erscheinen von Tiefbautechnikern der Lehmensiek-Gruppe, bei dem man ebenfalls mit Fahrzeug und Anhänger in selber länge erschienen, stellt sich die Frage warum nicht von vorn herein ein Parkverbot errichtet wurde. Aber vielleicht wollte man ja auch letztlich nur Zeit schinden …

Schau mer moi

Nachdem Planungs- und Terminsicherheit nicht gerade zum Geschäftsmodell der Lehmensiek-Gruppe gehören, war nach dem ersten Termin an dem auch wirklich erschlossen wurde am Ende die Frage, wann es denn nun weiter geht. Einer der Tiefbautechniker hätte mir diese Frage wohl gerne beantwortet und hatte, nach seiner Aussage, mit der Disposition auch vereinbart dies in einem Telefonat noch mitgeteilt zu bekommen. Er versuchte gar die Disposition noch zu erreichen, um meine Frage nach dem Fortgang beantworten zu können. Nur war die Disposition auch für den eigenen Mitarbeiter nicht mehr erreichbar, obwohl, so seine Aussage, immer noch jemand etwas länger da sein sollte, um solche Dinge zu klären.

Der Umstand, dass der Tiefbautechniker keine Information dazu hatte, wie der weitere Fortgang sich gestaltet, wurde nachträglich von der Lehmensiek-Gruppe bestritten. Ich kann mir nun aussuchen wem ich glauben möchte, allerdings stellt sich dann die Frage aus welchem Grund mir der Tiefbautechniker sein entsprechendes Wissen nicht offenbaren sollte und vor meinen Augen versucht seine Disposition zu erreichen, wenn er weiß was er mir mitzuteilen hat?

Dem Widerspricht auch, dass man seitens der Lehmensiek-Gruppe am darauf folgenden Tag keinen Termin zur Fortsetzung der Erschließungsmaßnahmen nennen konnte. Es wuurde lediglich die Aussage getroffen, dass die Tiefbautechniker mit Baumaßnahmen an anderen örtlichkeiten befasst wären, die erst vollendet werden müssten. An den Termin 4 Tage später, den man bei der letzten Terminvereinbarung als ggf. weiteren Termin genannt hatte, vermochte man sich offenbar nicht mehr zu erinnern.

Telekommunikationsdienstleistungsunternehmenskommunikation

Nachdem man seitens der Lehmensiek-Gruppe wieder einmal eine Kernkompetenzen unter Beweis gestellt hatte, erfolgte eine weitere Beschwerde bei der Vodafone Kabel Deutschland GmbH. Dieses mal gab es sogar am selben Tag noch die Rückmeldung der Vodafone Kabel Deutschland GmbH, dass man mit der Lehmensiek-Gruppe gesprochen hätte und sich diese am Folgetag mit mir in Verbindung setzen würde.

Es entzieht sich meiner Kenntnis, wie man das mit dem in Verbindung setzen genau meinte – ob man nun also Anrufen, Morse- oder Rauchzeichen senden oder eine Brieftaube losschicken wollte ist nicht bekannt. Angekommen ist allerdings weder ein Anruf, noch Morse-, noch Rauchzeichen und auch eine Brieftaube hat sich bei mir nicht gemeldet.

Wenn man es dort nicht schafft mich anzurufen, rufe ich eben an – dachte ich mir und rief bei der Lehmensiek-Gruppe an. Hätte ich die Zeit für einen Besuch in der Keramikabteilung verwendet, wäre ganz sicher mehr dabei rausgekommen – denn bei Lehmensiek war mal wieder niemand erreichbar. Auch zu einem Rückruf fühlte man sich nicht in der Lage – immerhin war Freitag und man war ja schon von Montag bis Donnerstag in der Firma anwesend.

Aller guten Dinge sind drei

Und so erfolgte die nächste Beschwerde bei der Vodafone Kabel Deutschland GmbH. Natürlich sollte der Bau eines Kabelanschlusses nicht ein solches Theater sein und es liegt auch nicht im Interese der Vodafone Kabel Deutschland GmbH – so die Aussage im Telefongespräch. Man werde meine Beschwerde weitergeben und sich melden. Sicherheitshalber hat man nicht gesagt wann man sich melden wird – bisher hat man es allerdings nicht getan.

Nun aber …?

Ab „schau mer moi“-Termin versuchte ich erneut bei der Lehmensiek-Gruppe anzurufen – erfolglos, versteht sich von selbst. Dieses mal schaffte man es allerdings zurück zu rufen und mich wissen zu lassen, dass man am selben Tag zur Mittagszeit die Erschließung fortsetzen werde.

Tatsächlich tat man das, was man ankündigte: Gegen Mittag erschienen zwei Tiefbautechniker, verlegen das Kabel im Gehweg und verbunden es mit dem Abzweiger, den man bei der Gelegenheit auch gleich gegen einen stärkeren austauschte.

Passt’s?

Einer der Tiefbautechniker nahm im Rahmen der Anschlussarbeiten an das Netz eine Messung vor dem Abzweiger und im Haus vor und stellte fest, dass ein Unterpegel vorlag. Eine Nutzung des Anschlusses war damit nicht möglich und wie’s nun weiter geht konnte oder wollte man mir auch nicht verraten.

An dieser Stelle sollte man erwähnen, dass die Planung es wohl verplant hat, dass man das ja schon vor dem Bau wusste und daher auch einen extra Auftrag von der Vodafone Kabel Deutschland GmbH eingeholt hatte. Dass, was ich gar nicht hätte erfahren dürfen.

Dezente zurückhaltung

Nachdem der Anschluss endlich gebaut war, aber nicht nutzbar, konnte ich nicht mehr so recht an mich halten und ließ dies in einem relativ betrachtet sachlichen Text einer E-Mail der Lehmensiek-Gruppe zukommen. Damit diese Mitteilung auch die richtige Person erreicht habe ich sie gleich an alle mir bekannten E-Mail-Adressen der Lehmensiek-Gruppe gesendet.

Tatsächlich erhielt ich noch gleichtags eine Reaktion auf meine E-Mail: Lesebestätigungen und einen Autoresponder, dass der Geschäftsführer urlaubsbedingt abwesend sei.

Rosa einfärben?

Am nächsten Tag wurde seitens der TELEMEDIA Netzwerk Servicegesellschaft mbH ein Termin wegen der Störung mit mir vereinbart, woraufhin der Techniker am übernächsten Tag auch erschien. Meine Hoffnung, ich hätte nun die Lehmensiek-Gruppe nicht mehr am Hals, wurde dabei enttäuscht: Der Techniker erschien mit einem Fahrzeug der Lehmensiek-Gruppe.

Der Techniker nahm eine Messung im Haus vor – mit dem schon bekannten Ergebnis: Unterpegel. Sodann begab es sich zur Gegenstelle (grauer Kasten am Straßenrand), dessen Position er zuvor anhand eindeutiger Ortsangabe herausgesucht hatte. Er begab sich zu diesem, versuchte ihn zu öffnen und stelle Fest: Geht nicht, wir brauchen einen Bautrupp, der den Kasten öffnet und ein neues Schloss einbaut.

Man muss nun Verständnis haben: Der Kasten, den er versuchte zu öffnen, Stand am Rand der selben Straße, wie der richtige – sogar in Sichtweise des richtigen. Das er nun deutlich nicht zwischen den in seinen Unterlagen genannten Hausnummern 2 bis 4 war wäre nun wirklich nur dann zu erkennen gewesen, wenn man auf die Hausnummern geachtet hätte. Dass diese deutlich erkennbar an den jeweilgen Häusern standen ist nebensächlich.

Vielleicht sollte die Telekom-Gruppe ihre Kästen in Rosa einfärben, damit Techniker anderer Unternehmen dort gar nicht erst dran gehen. Es war übrigens ein Kasten der Telekom-Gruppe.

Alles wird gut

Schon 2 Tage nach meiner überaus sachlichen E-Mail an die Lehmensiek-Gruppe meldete sich jemand von selbiger, der wohl in leitender Position tätig ist, da Ihm meine E-Mail zur Bearbeitung übermittelt wurde. Er entschuldigte sich für die Erlebenisse, wir glichen unsere Stände ab und man gab mir telefonische Durchwahl und Mobilfunkrufnummer. Er war nun mehr oder weniger mein direkter Arschrittempfänger Ansprechpartner bei der Lehmensiek-Gruppe.

Er kündigte mir an, sich der Sache anzunehmen, damit das Problem schnellstmöglich gelöst wird und das er mich am selben Tag erneut anrufen werde, was er dann auch tat. Er vereinbare mit mir einen Termin zur Entstörung am darauf folgenden Montag, also 4 Tage später. Sofern eine Stunde nach dem Termin niemand erscheinen sei, solle ich Bescheid geben.

 

Am drauf folgenden Montag erschienen in der Tat zwei Teletechniker der Lehmensiek-Gruppe und ein Techniker der antennen electronic braun Service GmbH. Man öffnete den grauen Kasten mit der Techniker darin – allerdings dieses mal den richtigen, den man auch ohne tatsächliche Probleme öffnen konnte. Das war der Zeitpunkt, in dem ich erfuhr, dass der vorherige Techniker lediglich den falschen Kasten genommen hatte. Wenn auch unnütz, tauschte man natürlich gleich noch das Schloss des Kastens und sprühte ihn grau über – sieht eben schöner aus.

Man nahm erneut eine Messung im Haus vor und wohl auch an der Gegenstelle. Im Ergebnis teilte man mir mit, dass irgendwo zwischen dem Kasten und dem Haus ein Problem bestehe, dessen Behebung man planen müsse.

Im weiteren Verlauf folgte diverse Kommunikation sowohl mit der Lehmensiek-Gruppe als auch der Vodafone Kabel Deutschland GmbH. Auch erfolgte die Bestellung des Telefonie- und Internetleistung, denn laut Webseite der Vodafone Kabel Deutschland GmbH sei Kabel ja verfügbar.

Basis-Installation

Aufgrund der Bestellung war eine Basis-Installation nötig, also eine Installation diverser Technik bis hin zum setzen der Dose im Haus hinter dem bereits gebautem Übergabepunkt. Hierzu vereinbarte wiederum die Lehmensiek-Gruppe, allerdings eine andere Abteilung, einen Termin mit mir.

Zu diesem Termin erschien ein Techniker mit einem Fahrzeug der CMP-Plus GmbH. Er machte sich gleich an’s Werk und begann seine eigentliche Arbeit, die er auch schnell wieder beendete. Nach einer Messung stellte er fest: Unterpegel. Eine Basis-Installation ist damit nicht möglich bzw. wird nicht durchgeführt.

Ich erzählte dem Techniker in einem kurzen Überblick das bisher geschehene und er sah sich die Historie des Auftrags an. Man könnte meinen er hat sich in diesem Moment kalkhaltige Bauwerke gewünscht, allerdings versuchte er bei der Lehmensiek-Gruppe anzurufen, mehrfach, bis er jemand erreichte, um das Problem zu lösen. Er sagte mir, er würde sich darum kümmern, dass das ganze behoben wird und ließ mich auch wissen, dass er davon ausgeht, dass einige Abzweiger getauscht werden müssen oder aber die „Hauptleitung“ in der Erde eine Beschädigung hat.

Am selben Tag meldete sich die Lehmensiek-Gruppe und vereinbare mal wieder einen Termin mit mir: 3 Tage später werde man entsprechende Leute entsenden, die dass Problem abschließend beheben sollten. Auch die Basis-Installation würde man direkt vornehmen, sodass ab diesem Tag das Kabel-Internet vollständig nutzbar wäre.

Geplagt von den Erfahrungen der Vergangenheit hatte ich meine Zweifel das es überhaupt etwas wird und fühlte mich durch einen automatisierten Anruf von Vodafone Kabel Deutschland, in dem mir mitgeteilt wurde, dass eine Verzögerung bis zum übernächsten Tag eingetreten ist. Vor dem Hintergrund dass man aber schon am nächsten Tag alles fertig machen wollte, rief ich sowohl bei der Vodafone Kabel Deutschland GmbH als auch bei der Lehmensiek-Gruppe an, wo man mir den Anruf allerdings nicht erklären konnte und nur bestätigen konnte, dass man wir vereinbart am nächsten Tag erscheinen wird.

Der letzte Tag

Am nächsten Tag erschienen dann tatsächlich Mitarbeiter der Lehmensiek-Gruppe, der Tenestra GmbH und der Telekom-Gruppe und tauschten mehrere Abzweiger zwischen der Gegenstelle und dem Haus aus. Auch wurde die Basis-Installation vorgenommen und das Modem freigeschaltet.

Die Sache war damit erledigt, der Anschluss nutzbar und das Kabel-Internet sogar direkt verfügbar. Nach dem Wisch den man mir dann noch vorlegte, war mir dann aber auch klar warum es dann nach dem Basis-Installations-Techniker von Montag so schnell ging – besten Dank dafür.

Dokumentation?

Drei Wochen später erhielt ich noch einmal einen Anruf von der Lehmensiek-Gruppe mit der Frage, ob denn nun alles richtig sei. Ich beantwortete dies damit, dass ich die gebuchte Leistung nutzen kann, ich aber nicht beurteilen kann, ob aus Sicht des Kabelnetzes alles richtig sei, ich die Frage insoweit nicht beantworten könne.

Man ließ mich auch Wissen, dass man anrief, da man einen neuen Auftrag von der Vodafone Kabel Deutschland GmbH zur Basis-Installation erhalten hätte und der zuständige Basis-Installations-Techniker derzeit nicht zugegen sei und man daher mich fragen würde. Ich persönlich finde es schon ziemlich peinlich für ein Unternehmen, wenn es den Kunden fragen muss ob ein Auftrag bereits ausgeführt wurde und man dies nicht aus eigenen Dokumentationen entnehmen kann.

06 Sep 2016
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Dispositionsirrsinn bei DPD

Die Abkürzung DPD des unter dem Namen auftretetenden Paketdienstleisters steht für „Dynamic Parcel Distribution“. Immerhin hat man sich zumindest nicht so weit vertan, dass man sich als Flexibel bezeichnet.

Heute sollte mir ein Paket durch DPD geliefert werden. Da ich jedoch nicht sicherstellen konnte, dass das Paket heute angenommen werden kann, habe ich das Zustellungsdatum bei DPD auf morgen geändert. Dennoch lieferte DPD heute ein Paket an jemand anderen im Haus, als ich noch zugegen war und hätte mein Paket annehmen können.

Ich fragte den DPD-Mitarbeiter daher, ob er mein Paket dabei hätte, das ich eigentlich auf morgen umdisponiert hatte. Er bejahte dies, ließ mich aber direkt wissen, dass er es mir nicht geben könne. Der Grund dafür ist das System von DPD, dass es nicht zulässt, ein umdisponiertes Paket an den Empfänger, der selbst die umdisponierung wünschte, doch am eigentlichen Zustellungstag auszuliefern, weil er wider Erwarten doch zugegen ist.